Sicherheitswarnung · Hoch
Tailscale-SSH-Schwachstellen könnten Angreifern Root-Zugriff ermöglichen: Aktualisieren Sie auf 1.104.4
· 3 Minuten Lesezeit · Centoculus Security Team
Bekannt seit
Betroffen: Tailscale SSH in Tailscale-Versionen vor 1.104.4
Was ist passiert
Am 28. Oktober 2026 hat Tailscale Version 1.104.4 veröffentlicht, die mehrere Schwachstellen in Tailscale SSH behebt. Die Schwachstellen betreffen die Weiterleitung von Verbindungen durch Tailscale SSH. Da Tailscale SSH mit Root-Rechten läuft, könnte ein Angreifer die Weiterleitung missbrauchen, um auf Dienste und Dateien auf anderen Servern zuzugreifen, die nur für root vorgesehen sind.
In den uns vorliegenden Informationen sind keine CVE-IDs und kein CVSS-Score angegeben. Es gibt bisher keine Berichte über eine aktive Ausnutzung.
Wer ist betroffen
Sie sind betroffen, wenn Sie Tailscale auf Servern betreiben, auf denen die Funktion Tailscale SSH aktiviert ist, und die installierte Version älter als 1.104.4 ist. Server, die Tailscale nur als VPN-Verbindung ohne Tailscale SSH nutzen, verwenden die betroffene Komponente nicht. Da viele Teams Tailscale SSH für den administrativen Zugriff auf Produktivserver nutzen, lohnt es sich, jeden Knoten zu prüfen.
Was Sie jetzt tun sollten
- Listen Sie die Server in Ihrem Tailnet auf, auf denen Tailscale SSH aktiviert ist. In der Tailscale-Admin-Konsole sind diese Geräte als SSH-aktiviert markiert; auf dem Server selbst aktivieren Sie Tailscale SSH mit
tailscale set --sshodertailscale up --ssh. - Aktualisieren Sie Tailscale auf diesen Servern auf Version 1.104.4 oder neuer über Ihren Paketmanager (zum Beispiel
apt update && apt install tailscaleunter Debian/Ubuntu oderdnf upgrade tailscaleauf RHEL-basierten Systemen). - Starten Sie den Tailscale-Daemon neu, falls das Paketupdate dies nicht getan hat:
systemctl restart tailscaled. - Prüfen Sie mit
tailscale status, ob der Server in Ihrem Tailnet wieder online ist, und ob Sie sich weiterhin per Tailscale SSH anmelden können. - Wenn Sie einen Server nicht sofort aktualisieren können, deaktivieren Sie Tailscale SSH dort vorübergehend mit
tailscale set --ssh=falseund verwenden Sie Ihren regulären SSH-Zugang, bis das Update installiert ist. - Prüfen Sie die SSH-Regeln in Ihrer Tailnet-Richtliniendatei und stellen Sie sicher, dass nur Benutzer und Geräte Zugriff haben, die ihn tatsächlich benötigen, insbesondere für den Zugriff als root.
So prüfen Sie, ob Sie betroffen sind
- Führen Sie
tailscale versionauf jedem Server aus. Jede Version unterhalb von 1.104.4 ist betroffen, wenn Tailscale SSH aktiviert ist. - Führen Sie
tailscale debug prefsaus und suchen Sie nachRunSSH: true, um festzustellen, ob Tailscale SSH auf diesem Knoten aktiviert ist. - Um ungewöhnliche Aktivitäten zu finden, prüfen Sie die Daemon-Protokolle mit
journalctl -u tailscaledauf unerwartete SSH-Sitzungen oder Verbindungen und kontrollieren Sie in der Tailscale-Admin-Konsole die SSH-Sitzungs- und Audit-Protokolle, sofern Sie diese aktiviert haben. Die verfügbaren Informationen beschreiben keine konkreten Indikatoren für eine Kompromittierung. Achten Sie daher besonders auf Sitzungen von Benutzern oder Geräten, die Ihnen nicht bekannt sind.
Für technische Details lesen Sie bitte den unten verlinkten Bericht.
Quellen
Wenn du Firewalls oder VPN-Gateways betreibst, prüf auch
Weitere Beiträge
Sicherheitswarnungen ·
OpenSSH auf Alpine Linux: Anmeldung ohne Passwort durch überlange Passwörter
Auf Alpine-Linux-Servern mit dem Standardpaket openssh-server können Angreifer sich ohne Passwort bei Konten anmelden, etwa bei Konten, die nur mit SSH-Schlüsseln genutzt werden. OpenSSH 10.6p2 und aktualisierte Alpine-Pakete beheben das Problem.
Sicherheitswarnungen ·
APT-Lücke auf Debian und Ubuntu erlaubt Paketaustausch per MitM und Codeausführung als root
Eine Lücke in APT erlaubt einem Angreifer, der Paket-Downloads manipulieren kann, ein verifiziertes Paket zu ersetzen und Code als root auszuführen. Debian und Ubuntu haben am 4. November Sicherheitshinweise veröffentlicht. Aktualisieren Sie APT auf allen Servern.
Sicherheitswarnungen ·
Ruby on Rails Active Storage: kritische Schwachstelle beim Dateischreiben über ImageMagick-Uploads
Eine kritische Schwachstelle in Ruby on Rails Active Storage erlaubt nicht authentifizierten Angreifern, über einen präparierten Upload beliebige Dateien auf dem Server zu schreiben, wenn ImageMagick die Datei verarbeitet. Aktualisieren Sie auf Rails 8.1.4.1 oder 8.0.5.2.