Sicherheitswarnung · Kritisch
Drupal Commerce Core unter aktiver Ausnutzung: Umgehung der Autorisierung (CVE-2026-118539)
· 3 Minuten Lesezeit · Centoculus Security Team
Bekannt seit · Angriffe bestätigt seit
Betroffen: Drupal Commerce Core bis 2.41 sowie 3.0.0 bis 3.3.13
Was passiert ist
Am 30. Oktober 2026 hat das Drupal-Sicherheitsteam die Warnmeldung SA-CONTRIB-2026-254 für Commerce Core veröffentlicht, das Zusatzmodul, auf dem die meisten Drupal-basierten Webshops aufbauen. Die Schwachstelle mit der Kennung CVE-2026-118539 ist eine fehlende Berechtigungsprüfung, die erzwungenes Browsing ermöglicht. Ein Angreifer kann Seiten oder Funktionen direkt über die URL aufrufen, die nur Benutzern mit den passenden Berechtigungen zugänglich sein sollten.
Die aktive Ausnutzung wurde am selben Tag bestätigt, an dem die Schwachstelle öffentlich bekannt wurde. Shops, die noch nicht aktualisiert haben, sind unmittelbar gefährdet.
Wer betroffen ist
Die Schwachstelle betrifft jede Drupal-Website, auf der Commerce Core in einer der folgenden Versionen installiert ist:
- Commerce Core bis Version 2.41
- Commerce Core von Version 3.0.0 bis 3.3.13
Drupal Core selbst wird nicht als betroffen genannt. Das Risiko geht vom Modul Commerce Core aus. Wenn Sie Drupal-Shops für Kunden betreiben, prüfen Sie jede Website einzeln, da sich die Modulversionen zwischen Installationen häufig unterscheiden.
Was Sie jetzt tun sollten
- Ermitteln Sie, welche Commerce-Core-Version auf jeder Website läuft, zum Beispiel mit
composer show drupal/commerceoderdrush pm:list | grep -i commerce. - Sichern Sie die Datenbank und den Code, einschließlich
composer.jsonundcomposer.lock. - Suchen Sie die korrigierte Version für Ihren Zweig in der unten verlinkten Drupal-Warnmeldung SA-CONTRIB-2026-254. Die korrigierten Versionsnummern sind in unseren Quelldaten nicht enthalten. Verlassen Sie sich daher nicht auf eine geschätzte Version.
- Aktualisieren Sie das Modul, zum Beispiel mit
composer update drupal/commerce --with-dependencies, und spielen Sie anschließend den aktualisierten Code auf. - Führen Sie ausstehende Datenbankaktualisierungen aus und leeren Sie den Cache:
drush updatedbunddrush cache:rebuild. - Testen Sie den Shop: Produktseiten, Warenkorb, Kasse, Zahlung sowie die Verwaltungsseiten für Bestellungen und Shops.
- Falls Sie nicht sofort aktualisieren können, sollten Sie den Shop bis zur Installation des Updates in den Wartungsmodus versetzen.
So prüfen Sie, ob Sie betroffen sind
- Versionsprüfung: Jede Commerce-Core-Version bis 2.41 oder von 3.0.0 bis 3.3.13 ist verwundbar.
- Zugriffsprotokolle: Prüfen Sie die Zugriffsprotokolle des Webservers seit dem Zeitraum vor dem 30. Oktober 2026. Achten Sie auf Anfragen an Commerce-bezogene Verwaltungs- oder Bestellrouten, die von anonymen Besuchern oder von Konten stammen, die keinen Zugriff darauf haben sollten.
- Drupal-Protokolle: Prüfen Sie die aktuellen Protokollmeldungen (
/admin/reports/dblogoderdrush watchdog:show) auf ungewöhnliche Aktivitäten. - Shop-Daten: Suchen Sie nach Bestellungen, Preisen, Produkten, Shop-Einstellungen oder Zahlungskonfigurationen, die sich ohne erkennbaren Grund geändert haben. Prüfen Sie außerdem Benutzerkonten oder Rollenänderungen, die niemand in Ihrem Team vorgenommen hat.
- Bei Hinweisen auf Missbrauch: Sichern Sie die Protokolle, erneuern Sie Administrator- und API-Zugangsdaten und informieren Sie den Shop-Inhaber. Je nach betroffenen Daten können Meldepflichten nach dem Datenschutzrecht gelten.
Quellen
Wenn du CMS oder Shopsysteme betreibst, prüf auch
- WordPress-Plugin-Sicherheitslücken: 5 Plugins, darunter LiteSpeed Cache
- WordPress-Plugin-Schwachstellen: 6 Plugins betroffen, darunter SureCart
- WordPress-Core-Race-Condition ermöglicht Angreifern Codeausführung während Updates, aktiv ausgenutzt
- WordPress-Update behebt Code-Injection-Schwachstelle, Angriffsversuche beobachtet
- WordPress-Plugin-Schwachstellen: 19 Plugins, darunter W3 Total Cache
- WordPress-Plugin-Schwachstellen: 10 Plugins, darunter Welcart e-Commerce
- Magento-Shops durch schädliche Einbettung in CMS-Blöcken infiziert
- CryptoPayment-Gateway-WordPress-Plugin-Schwachstelle CVE-2026-81648 wird nun aktiv ausgenutzt
- Adobe Commerce und Magento: ausgenutzte Schwachstelle beim Datei-Upload ermöglicht Codeausführung
Weitere Beiträge
Sicherheitswarnungen ·
OpenSSH auf Alpine Linux: Anmeldung ohne Passwort durch überlange Passwörter
Auf Alpine-Linux-Servern mit dem Standardpaket openssh-server können Angreifer sich ohne Passwort bei Konten anmelden, etwa bei Konten, die nur mit SSH-Schlüsseln genutzt werden. OpenSSH 10.6p2 und aktualisierte Alpine-Pakete beheben das Problem.
Sicherheitswarnungen ·
APT-Lücke auf Debian und Ubuntu erlaubt Paketaustausch per MitM und Codeausführung als root
Eine Lücke in APT erlaubt einem Angreifer, der Paket-Downloads manipulieren kann, ein verifiziertes Paket zu ersetzen und Code als root auszuführen. Debian und Ubuntu haben am 4. November Sicherheitshinweise veröffentlicht. Aktualisieren Sie APT auf allen Servern.
Sicherheitswarnungen ·
Ruby on Rails Active Storage: kritische Schwachstelle beim Dateischreiben über ImageMagick-Uploads
Eine kritische Schwachstelle in Ruby on Rails Active Storage erlaubt nicht authentifizierten Angreifern, über einen präparierten Upload beliebige Dateien auf dem Server zu schreiben, wenn ImageMagick die Datei verarbeitet. Aktualisieren Sie auf Rails 8.1.4.1 oder 8.0.5.2.