Sicherheitswarnung · Kritisch
WordPress-Core-Race-Condition ermöglicht Angreifern Codeausführung während Updates, aktiv ausgenutzt
· 3 Minuten Lesezeit · Centoculus Security Team
Bekannt seit · Angriffe bestätigt seit
Betroffen: WordPress Core (siehe Herstellerhinweis für betroffene und behobene Versionen)
Was ist passiert
Am 31. Oktober 2026 wurde eine Schwachstelle in WordPress Core öffentlich bekannt, die als CVE-2026-119977 geführt wird. Es handelt sich um eine Time-of-Check-Time-of-Use-Race-Condition (TOCTOU) in der Art, wie WordPress vollständige Core-Updates über ein Paket durchführt. Während eines solchen Updates verwendet WordPress vorhersagbare Staging-Pfade, die über das Web erreichbar sind. Ein nicht authentifizierter Angreifer, der diese Pfade während des Updatefensters trifft, kann Code auf dem Server ausführen.
Am 3. November 2026 hat CISA die Schwachstelle in ihren Katalog aktiv ausgenutzter Schwachstellen aufgenommen. Angriffe finden daher bereits jetzt statt. Ein CVSS-Wert wurde bisher noch nicht veröffentlicht.
Wer ist betroffen
Alle WordPress-Installationen mit einer betroffenen Core-Version sind gefährdet, unabhängig von Theme oder Plugins. Für den Angriff ist keine Anmeldung erforderlich. Der verwundbare Moment ist das vollständige Core-Update selbst. Websites, die Core automatisch oder nach Zeitplan aktualisieren, sind daher jedes Mal exponiert, wenn ein solches Update läuft.
Die unten verlinkte Ankündigung des Herstellers bezieht sich auf WordPress 7.1.4. Bitte prüfen Sie diese und die verlinkten Hinweise auf die genauen betroffenen und behobenen Versionen, einschließlich möglicher Korrekturen für ältere Zweige.
Was Sie jetzt tun sollten
- Erstellen Sie zügig ein Backup der Website-Dateien, der
wp-config.phpund der Datenbank. - Prüfen Sie den unten verlinkten Herstellerhinweis und ermitteln Sie die behobene Version für den von Ihnen eingesetzten Zweig.
- Aktualisieren Sie WordPress Core auf die behobene Version, zum Beispiel mit
wp core updateüber WP-CLI oder über das Dashboard. Da die Schwachstelle im Updatefenster liegt, führen Sie das Update zu einer ruhigen Zeit aus und lassen Sie es nicht halb abgeschlossen. - Wenn Sie viele Websites betreuen, aktualisieren Sie diese zeitnah und kontrolliert, statt auf geplante automatische Updates zu warten.
- Bestätigen Sie nach dem Update die Version mit
wp core version, rufen Sie Frontend und Adminbereich auf und prüfen Sie die PHP- und Webserver-Fehlerprotokolle. - Falls auf einer Website kürzlich ein Core-Update auf einer betroffenen Version lief, führen Sie die unten genannten Prüfungen auch nach dem Update durch, da ein Kompromittierung während eines früheren Updates durch den Patch nicht rückgängig gemacht wird.
So prüfen Sie, ob Sie betroffen sind
- Prüfen Sie die installierte Core-Version mit
wp core versionoder unter Dashboard > Updates und vergleichen Sie sie mit den behobenen Versionen im Herstellerhinweis. - Sichten Sie die Zugriffsprotokolle des Webservers rund um die Zeitpunkte aktueller Core-Updates auf Anfragen unbekannter Adressen an den Upgrade-Staging-Bereich (standardmäßig unterhalb von
wp-content/upgrade/). - Suchen Sie in
wp-content/upgrade/nach übriggebliebenen oder unerwarteten Dateien sowie im Webroot nach kürzlich geänderten PHP-Dateien, zum Beispiel mitfind . -name '*.php' -mtime -7. - Führen Sie
wp core verify-checksumsaus, um veränderte Core-Dateien zu erkennen. - Prüfen Sie auf unbekannte Administratorkonten (
wp user list --role=administrator), unbekannte geplante Aufgaben und unbekannte Plugins. - Falls Sie Hinweise auf eine Kompromittierung finden, nehmen Sie die Website offline, sichern Sie die Protokolle zur Analyse, stellen Sie aus einem sauberen Backup wieder her, aktualisieren Sie und ändern Sie alle Passwörter sowie die Schlüssel und Salts in
wp-config.php.
Quellen
Mehr zu WordPress
- WordPress-Plugin-Sicherheitslücken: 5 Plugins, darunter LiteSpeed Cache
- WordPress-Plugin-Schwachstellen: 6 Plugins betroffen, darunter SureCart
- WordPress-Update behebt Code-Injection-Schwachstelle, Angriffsversuche beobachtet
- WordPress-Plugin-Schwachstellen: 19 Plugins, darunter W3 Total Cache
- WordPress-Plugin-Schwachstellen: 10 Plugins, darunter Welcart e-Commerce
Wenn du CMS oder Shopsysteme betreibst, prüf auch
- Drupal Commerce Core unter aktiver Ausnutzung: Umgehung der Autorisierung (CVE-2026-118539)
- Magento-Shops durch schädliche Einbettung in CMS-Blöcken infiziert
- CryptoPayment-Gateway-WordPress-Plugin-Schwachstelle CVE-2026-81648 wird nun aktiv ausgenutzt
- Adobe Commerce und Magento: ausgenutzte Schwachstelle beim Datei-Upload ermöglicht Codeausführung
Weitere Beiträge
Sicherheitswarnungen ·
OpenSSH auf Alpine Linux: Anmeldung ohne Passwort durch überlange Passwörter
Auf Alpine-Linux-Servern mit dem Standardpaket openssh-server können Angreifer sich ohne Passwort bei Konten anmelden, etwa bei Konten, die nur mit SSH-Schlüsseln genutzt werden. OpenSSH 10.6p2 und aktualisierte Alpine-Pakete beheben das Problem.
Sicherheitswarnungen ·
APT-Lücke auf Debian und Ubuntu erlaubt Paketaustausch per MitM und Codeausführung als root
Eine Lücke in APT erlaubt einem Angreifer, der Paket-Downloads manipulieren kann, ein verifiziertes Paket zu ersetzen und Code als root auszuführen. Debian und Ubuntu haben am 4. November Sicherheitshinweise veröffentlicht. Aktualisieren Sie APT auf allen Servern.
Sicherheitswarnungen ·
Ruby on Rails Active Storage: kritische Schwachstelle beim Dateischreiben über ImageMagick-Uploads
Eine kritische Schwachstelle in Ruby on Rails Active Storage erlaubt nicht authentifizierten Angreifern, über einen präparierten Upload beliebige Dateien auf dem Server zu schreiben, wenn ImageMagick die Datei verarbeitet. Aktualisieren Sie auf Rails 8.1.4.1 oder 8.0.5.2.